Impulse zum 100. Todesjahr des
hl. Josef Freinademetz SVD

von Pietro Irsara, SVD
Praeses des Freinademetz-Geburtshauses in Oies, Abtei, Italien


Publikationsdatum: 10. März 2008

Thema 5
Begeistert und rastlos

P. Freinademetz hatte vor allem in den ersten Jahrzehnten fast alle Christengemeinden in Süd-Shantung entweder selbst gegrün­det oder zumindest ausgebaut. Diese Gemeinden besuchte er immer wieder. Ein eigentliches Heim besaß er lange nicht. Wo immer ein Christ wohnte, war sein Zuhause. Um die entfernteren Gemeinden zu erreichen, musste er hunderte Kilometer zurücklegen. Das Nötigste hatte er immer bei sich: Meßgeräte, Bettzeug, Kleider, u.s.w. Dazu benutzte er ein Pferd oder ein Maultier, seltener einen Kastenwagen. Ein Einheimischer begleitete ihn.

Als Wandermissionar war er auch P r e d i g e r. Sein ganzes Leben lang “pflegte er, wo immer sich Gelegenheit fand, auf Reisen, in Herbergen, den herbeiströmenden Leuten zu predigen oder mit ihnen religiöse Gespräche anzuknüpfen. Mochte er auch nach langer Reise noch so müde sein, er hätte es nicht übers Herz gebracht, die Leute fortzuschicken, ohne ihnen eine freundliche religiöse Ansprache gehalten zu haben.“ Gegen Ende seines Lebens, im Herbst 1907, machte er noch eine große Rundreise durch die Gebiete von Lini und Tsingtao. Diese war für ihn dermaßen anstrengend, dass er sich zweimal längere Zeit ausruhen musste.

Seine größte Aufmerksamkeit galt dem eigentlich religiösen Leben der Gemein­den. Die Vorbereitung der Katechumenen auf Taufe und erste hl. Kommunion nahm er sehr ernst. Wenn immer er konnte, hielt er ihnen Kurse und Vorträge. Schwerpunkte in der Katechese und in seinen Predigten waren die religiösen Wahrheiten und Anleitungen zum Gebet.

Trotz der Arbeitsfülle fand P. Freinademetz Zeit, dem Bischof seine Erfahrungen schriftlich mitzuteilen, übersetzte er Texte und schrieb Broschüren, u.a. eine Kurzfassung der christlichen Lehre, eine Messandacht, Regeln für die Christenvorsteher und für die Seminaristen in Latein zwei Abhand­lungen über das Messopfer und das Breviergebet.

Schließlich war P. Freinademetz in verschiedensten Bereichen O b e r e r : Rektor in Puolichwang, Schuldirektor in Tsining, Hauptlehrer der Kate­chistinnen, Provikar, sechsmal Administrator der gesamten Mission, Provinzial. Sogar Ökonom war er zeitweise, was ihm am wenigsten lag, aber auch dieses Amt suchte er gewissenhaft zu verwalten.

In den Exerzitien 1902 hat P. Freinademetz häufig den Satz des hl. Paulus aus dem 2. Korintherbrief eingeschärft: „Für euch bin ich bereit alles hinzugeben, was ich habe, sogar mein Leben“ (2 Kor 12,15). Josef Freinademetz hat sich dieses Wort zueigen gemacht. Er war stets bereit, alles hinzugeben, auch sein Leben.

Quellen: Henninghaus, p. 186;

Zur Besinnung

Ich versuche mich wahrzunehmen mit meinen Fähigkeiten und Gaben, mit meinen Hoffnungen und Erfolgen, mit meinen erreichten Zielen. Inwieweit schenke ich, als  solcher, Aufmerksamkeit für die vielseitigen Nöte der Menschen?
Jesus will, dass wir zum wahren Leben finden, zum Leben in Freude und Fülle.
Bin ich mir bewusst, dass Er dabei auch auf meine Hilfe baut?


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