hl. Arnold Janssen:
VERTRAUEN IN DIE VORSEHUNG GOTTES
Zu den Führungen Gottes gehört es ja auch notwendig,
dass Er uns Seine Absichten erst allmählich offenbart.
Wie würden wir sonst lernen,
im Lichte des Glaubens und unbedingten Vertrauens vor Ihm zu wandeln!
„Kleiner Herz-Jesu-Bote“, Februar 1974, S. 12
Aus den Worten der Festpredigt, die Arnold Janssen bei der Eröffnung
des deutsch- österreichisch – niederländischen Missionshauses St. Michael in Steyl
am 8. September 1875 hielt:
Die Worte Jesu „Gehet hin und lehret alle Völker!“ sind nicht nur an seine Apostel gerichtet, sondern für die ganze Kirche gesprochen, und auch für uns, soweit wir imstande sind,
an der Ausführung dieses göttlichen Befehles mitzuwirken.
Diese Erwägungen hat sich ein deutscher Priester zu Herzen genommen und hat angefangen, für das Zustandekommen eines derartigen Werkes zu arbeiten.
Der liebe Gott hat ihm geholfen und nach vielerlei Mühen seinerseits ihm die notwendigen Unterstützungen zu einem bescheidenen Anfang zukommen lassen.
Ob aus diesem etwas wird, ist nur Gott allein bekannt. ...
Wohl wissen wir, dass wir mit den Kräften, die wir bis jetzt besitzen, unsere Aufgabe nicht lösen können; aber wir dürfen hoffen, dass der liebe Gott uns alles Erforderliche zuführen werde. Und so mag Er denn mit uns tun, was Er will. Wird aus dem Hause etwas, so wollen wir der Gnade Gottes danken, und wird nichts daraus, so wollen wir demütig an die Brust schlagen und bekennen: „Wir waren der Gnade nicht wert.“
(aus: H. auf der Heide, Die Missionsgesellschaft von Steyl,
Ein Bild der ersten 25 Jahre ihres Bestehens, Steyl 1900, S. 45-46).
In Januar 1877 schreibt Arnold Janssen in seiner Zeitschrift „Kleiner Herz Jesu Bote“
einen Artikel „Über die Neubauten im Missionshause“, S.3:
Denn mit Bauunternehmungen für die Sache Gottes ist es eine eigentümliche Sache.
Wer da wartet, bis er für einen notwendigen Bau, der zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen dienen soll, alles erforderliche Geld bar vor sich liegen hat, der wird nur schwer und langsam vorankommen. Ganz etwas Anders aber leistet, wer Mut und Gottvertrauen besitzt. Natürlich hat alles seine Grenzen; ....
Gottvertrauen ist die Tugend, aus der ein Missionar alle Kraft und Hilfe ziehen muss.
Ja ein Missionar muss ein wahrer Held im Gottvertrauen sein. Darum ist es gut, dass unser Missionshaus von Anfang bis zu Ende auf diese Tugend gegründet wurde.
Man suche die weltlichen und menschlichen Stützen, auf die es seinen Bestand gegründet! Sie fehlen. Und doch fehlt ihm nichts, wenn Gott ihm nicht fehlt. ...
Gott sorgt für diejenigen, die Ihm dienen.
Am 11. Juni 1879 schreibt Arnold Janssen an den Benediktiner P. Andreas Amrhein, den späteren Gründer der Missionsbenediktiner, der sich Arnold Janssen anschließen wollte.
Ist darum Ihr Trieb, für die Missionen tätig zu sein, unnötig? O gewiss nicht!!
Vielleicht dient er Gott dem Herrn als Mittel, Ihre heilige Familie [ die Benediktiner – JO] auf jenes schöne Feld zu führen. Also fahren Sie fort zu bitten, und soweit der Gehorsam zulässt, dafür zu wirken, immerdar bereit, Ihren eigenen Willen dem heiligen Willen Gottes in allem zu unterwerfen! ...
Sie haben, glauben Sie es mir, ein Recht von Gott zu verlangen, dass Er Sie auf dem Weg des Gehorsams zu Ihrem Ziele führe. Und ganz sicher wird er es tun; denn in Seiner Hand ist der Wille Ihres Vorgesetzten und sein Leben, und wenn Er oft einen zeitweisen Widerstand gegen Seine göttlichen Absichten duldet,
so hat Er auch dabei Seine besonderen Nebenabsichten.
(Alt, Arnold Janssen, S. 359)
Am 30. Juli 1879 schreibt Arnold Janssen an Johann Baptist Anzer in Hongkong,
der dort gerne eine eigene Mission für die Steyler haben wollte.
Zunächst also geduldiges Aushalten als braver Soldat auf dem Fleck, wohin die göttliche Vorsehung sie gestellt. Dieselbe wird wissen, warum. Geben Sie darum nicht den Versuchungen zur Ungeduld Raum. Auch ich dachte früher, als ich in Bocholt war: Warum dann Lehrer? Mein Bischof aber sagte mir: Sie sind innerhalb der göttlichen Vorsehung. Und ich grübelte nicht und tat was mir oblag; und später bei der Errichtung des Missionshauses wurde klar, dass ich auf dem richtigen Posten der Vorbereitung gewesen war. So überlassen auch Sie sich der göttlichen Vorsehung und denken Sie: Warum so ängstlich für eine Mission sich sorgen. Bin ich doch noch nicht fähig, eine solche zu leiten.
(Arnold Janssen, 1879: Briefe an J. B. Anzer und J. Freinademetz, Verbum 8, 1966, S. 231).
Am 24. Oktober 1879 schreibt Arnold Janssen an Anzer zu demselben Thema:
Seien Sie überhaupt nicht zu ängstlich, dass wir kein eigenes Gebiet mehr bekommen. Gott, der unser Haus gegründet hat, hält auch schon das Gebiet vorbereitet, und keine menschliche Gewalt ist imstande, diesen göttlichen Willen zu vereiteln. Haben wir nur einmal mehr Leute, so wird und muss man uns schon etwas geben. Suchen Sie nun schon unter der Hand mit manchen Missionaren bekannt zu werden und recht freundschaftliche Beziehungen mit möglichst vielen zu unterhalten. ... Gott wird uns schon ein Gebiet geben zu seiner Zeit und zwar nicht wie wir oder die Menschen wollen, sondern wie Er will.
(Arnold Janssen, 1879: Briefe an J.B. Anzer und J. Freinademetz, Verbum 8, 1966, S. 235)
Im Kleinen Herz Jesu Boten von Mai 1881 schreibt Arnold Janssen über die Grundsteinlegung für die Doppelkirche in Steyl.
Wir haben nun nur mit Mühe uns zum Bauen entschlossen, und nur die Erkenntnis der absoluten Notwendigkeit hat uns bewegen können. Denn es fasst die gegenwärtige Kapelle nur hundertzwanzig Plätze zum Knien und Stehen. Die Bewohner des Hauses aber sind 150 an der Zahl, und noch immer stehen viele draußen und klopfen, um ebenfalls Einlass und Aufnahme zu finden. Man könnte Diesen freilich die Aufnahme verweigern.
Aber wäre Dieses wohl recht in einer Zeit, wo der hl. Vater so laut und dringend den Mangel an Missionaren beklagt? Wäre es auch wohl recht gegenüber der göttlichen Vorsehung, welche, wenn auch mit zeitweisem Mangel, doch bis jetzt uns noch alles Nötige zur Wohnung und Ernährung hat finden lassen? Oder hält man das Geld zu heilig und derartige Zwecke für zu gering, dass man glaubt, es dürfe das Geld nicht dafür angewandt werden, es wäre zu hoch dafür?
Doch was ist vor Gott das Geld? ... Auch gehört Gott alles Geld der ganzen Welt. Und wenn es auch die Menschen besitzen, so besitzt Er es darum doch viel mehr und weiß es Sich auch ohne Wunder zu verschaffen, so viel Er will, wobei Er den heiligen Joseph als Verwalter Seines Rechtes eingesetzt zu haben scheint, ....
Darum haben wir beschlossen, im Vertrauen auf Gott anzufangen, Ihm ein würdiges Haus herzustellen und beim hl. Joseph das zu erbetteln, was wir selbst nicht haben, und wenn es auch der größte Teil des Ganzen ist. Es genügt uns, wenn wir nur Gott nicht missfallen, und Er hat uns bisher so wunderbar geholfen.
Wie ist unser Haus überhaupt ein so laut sprechendes Monument der göttlichen Macht und der allzeit wachenden göttlichen Vorsehung geworden! Und wir sollten auf einmal kleinmütig werden und dem Andringen der göttlichen Gnade auf Vermehrung der apostolischen Arbeiter Schranken setzen wollen!
Das möge tun, wer da will; aber der Rektor des Missionshauses kann und darf nach so vielen göttlichen Fingerzeigen und nach so auffallender Hilfe Gottes es nicht tun.
(Kleiner Herz Jesu Bote, Mai 1881, S. 39-40)
Schon seit dem 24. Oktober 1881 hatte Helena Stollenwerk mit Arnold Janssen in Briefverkehr gestanden. Am 28. Oktober 1882 schrieb Arnold ihr schließlich:
Werteste Helena! Sie können in unser Haus als Magd eintreten, und zwar hier in Steyl.
Die weitere Entwicklung muss dann Gott überlassen.
Es wird dann wohl in der einen oder anderen Weise weiter für Sie gesorgt werden.
(Stegmaier, Mutter Maria Helena Stollenwerk, 1852-1900,
Briefwechsel mit Arnold Janssen, S. 14)
Am 23. Dezember 1882 schreibt Arnold an Helena Stollenwerk:
Werteste Helena!
Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen Glück zu endlichen Erreichung Ihres Zieles. Obgleich die Schwierigkeiten sich türmten, habe ich doch immer gedacht, dass es so kommen würde. Ich will Sie denn dem menschgewordenen Gottessohn zu Seinem heiligen Feste bestens empfehlen. Und dann nur Mut. Sie gehen an der Hand des guten Vaters im Himmel, und er wird nach seinem heiligen Willen alles lenken.....
Der Herr segne Dein Kommen und erfülle an Dir seinen allerheiligsten Willen.
(Stegmaier, Mutter Maria Helena Stollenwerk, 1852-1900, Briefwechsel mit Arnold Janssen, S. 18)
Am 13. August 1890 schreibt Arnold Janssen an P. Becher in Argentinien,
der sich Sorgen um die Finanzierung eines Neubaus macht:
Es freut mich, dass Sie mutig angefangen haben zu bauen. Aber es freut mich nicht, dass Sie sich schlaflose Nächte machen.
Wenn ich so wenig Gottvertrauen gehabt hätte,
hätte ich mich aufgerieben und wäre nicht weit gekommen.
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 24).
Am 19. Juli 1891 schreibt Arnold Janssen an P. Superior Becher in Argentinien
bezüglich des Kollegs in Esperanza:
Sehr gerne aber segne ich es und bitte den lieben Gott, dass Er es immer mehr vervollkommne und zur einer Burg für Glauben und Tugend in dortiger Gegend machen wolle.
Was von meiner Seite geschehen kann, wird geschehen, freilich nicht auf einmal;
denn der liebe Gott will, dass das Gute langsam und mit Schwierigkeiten wachse.
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 36)
Die Propaganda Fide hat Arnold Janssen Norwegen als Missionsgebiet angeboten;
2 oder 3 Missionare sollten für 2-5 Jahre gesandt werden. Das aber lehnt er ab.
Dem Präfekten der Propaganda Fide, Kardinal Ledochowski schreibt er am 8. März 1892:
Um die großen Schwierigkeiten gerade der Anfangsjahre zu überwinden,
muss der junge Missionar wissen: Hier ist das Land, das mir von der Vorsehung zugewiesen ist; hier will ich leben und sterben, kämpfen und siegen.
Daran hat sich unsere Genossenschaft von Anfang an gehalten.
(Bornemann, Arnold Janssen, Der Gründer des Steyler Missionswerkes 1837-1909, S. 283)
Am 29. Juni 1895 schreibt Arnold Janssen an dem seit Kurzen in Brasilien weilenden P. Dold:
Es geht um die Frage, ob die SVD in Brasilien bleiben solle:
Ob Sie resp. andre an Ihrer Stelle alsdann da bleiben können, hängt von der Beantwortung der Frage ab, ob dort eine lohnende Tätigkeit ist, um allmählich eine Provinz dort zu bilden; denn sonst wird das Ganze keinen rechten Bestand haben.
Am nächsten liegt der Gedanke, dass Sie dort arbeiten, um anderen den Eintritt vorzubereiten und einen fruchtbaren Boden zu bereiten, namentlich solchen, die dann auch in Vitoria Fuß fassen können. Lasset uns also nur zunächst selbstlos auf dieses Ziel hinarbeiten! Ist es der Wille Gottes, dass wir dort bleiben sollen, so wird Er schon alles so leiten und fügen, dass dieser Sein göttlicher Wille offenbar werde.
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 131)
Der erste Steyler in den USA war Br. Wendelin Meyer.
Am 3. Oktober 1895 machte er sich von Steyl aus auf den Weg in die USA.
In einem Empfehlungsbrief für ihn schrieb Arnold Janssen:
„So sind wir bereits durch die Verfügung der Göttlichen Vorsehung in Kontakt mit Nord Amerika. Darum möge man uns verzeihen, wenn wir, den Faden festhalten,... den uns Gottes führende Hand gewoben hat, um in noch näheren und mehr vertrauten Kontakt mit diesen weit ausgedehnten und verheißungsvollen Regionen der Kirche zu kommen.“
( Briefe in die Vereinigten Staaten von Amerika, S. 422)
In Ecuador hatte der Bischof das Land aus politischen Gründen verlassen müssen.
P. Neuenhofen SVD war der Administrator. Dieses Amt konnte er nur unter großen Schwierigkeiten ausüben. Ihm schrieb Arnold Janssen am 29. November 1895 u. a:
„Der alte Gott lebt noch und Er hat Ekuador so viele Gnaden erwiesen, dass ich nicht annehmen kann, dass er alles dieses wird verloren gehen lassen...“
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 156)
Am 3. Februar 1896 schreibt Arnold Janssen den ersten Schwestern in Argentinien:
„Ich freue mich von Herzen, dass alle Schwestern gut und glücklich an ihrem Bestimmungsorte angekommen sind... Wie festlich sind Sie empfangen, mit einem Trupp von 70 Reitern wie ein Bischof! Das zeigt Ihnen, wie willkommen Sie waren. Gott der Herr hat die Herzen vorbereitet. Das wird Ihre Wirksamkeit bedeutend erleichtern.“
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 160)
Am 8. November 1897 schreibt Arnold Janssen seinen Weihnachtsbrief
an die Missionsschwestern in Argentinien:
Unterdessen haben nun auch schon andere Ihnen sich angeschlossen, und Ihre Zahl wird mit der Zeit sich mehren. Im übrigen seien Sie um den Zuwachs nicht ängstlich bekümmert. In der Natur hat es Gott so eingerichtet, dass die nützlichen Bäume, z.B. die Obstbäume, die ersten 7 Jahre nur verhältnismäßig wenig wachsen. Sie müssen zuerst ordentlich Wurzel fassen, und dann geht es später um so besser. In Steyl hat Gott der Herr auf dieselbe Weise mit uns verfahren sowohl im Missionshause als auch bei den Schwestern. Es wird aber gut sein, wenn es in den Missionen ebenso geht. So muss auch zuerst das Schulehalten tüchtig gelernt werden und ferner muss Leib und Geist sich an das fremde Klima
und die fremden Menschen zuerst gewöhnen.
Darum nur mutig voran im Vertrauen auf den guten Gott
und mit Vermeidung aller Überstürzungen!
(Briefe nach Südamerika, Band I, S.228).
In Argentinien wünschen die Missionsschwestern ein größeres Haus; Arnold Janssen ist ebenso dafür; allerdings schreibt er an die Oberin, Schw. Andrea, am 12. Februar 1899:
„Die Schwestern müssen aber etwas Geduld haben. Denn wir dürfen uns nicht übereilen, wenn wir ein recht geeignetes Provinzialhaus aufsuchen wollen.
Sie müssen beten und geduldige Kinder sein. Um so eher geschieht es.
Wenn sie aber ungeduldig werden, so fürchte ich,
dass Gott der Herr sie so lange zappeln lässt, bis sie sich entschließen, geduldig zu werden.“
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 277).
Am gleichen Tag schrieb Arnold Janssen an die Schwesternkommunität in Argentinien: „Schon länger denke ich darüber nach, wie und wo ich ein passendes Provinzial-Mutterhaus für Sie herstellen kann. Beten Sie auch alle recht dafür und harren geduldig aus, so wird Gott der Herr zur rechten Zeit schon ein passendes Provinzial-Mutterhaus für Sie herbeiführen und Ihnen schenken.“
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 279).
Der Bischof von Acud in Chile, Jara, lud die SVD ein,
in Valdivia eine Pfarrei zu übernehmen und dann später eine Schule zu gründen.
Am 4. Oktober 1899 schreibt Arnold Janssen an P. Superior Colling in Argentinien:
„Der Generalrat hat geglaubt, das Anerbieten des Bischofs annehmen zu müssen. Ich muss Sie deshalb beauftragen, ihm möglichst entgegenzukommen. Argentinien, Brasilien und Chile sind die Hauptstaaten Südamerikas, wohin Gott der Herr unsre Gesellschaft beruft, an der geistigen Auferstehung Südamerikas mitzuarbeiten, und wir werden so Arbeit und Verwendung bekommen für die großen Kurse von 50 und mehr, welche jetzt schon im Noviziat und in der Philosophie sind. ...
Seien Sie überzeugt, dass für die Aufgaben, deren Lösung Gott von Ihnen verlangt, Sie auch die nötigen Leute von Gott erhalten haben. Manche, die für ein Amt ungenügend schienen, werden genügend, sobald die Notwendigkeit des Amtes an sie herantritt.“
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 343.345).
In einem Brief vom 11. Januar 1900 bespricht Arnold Janssen mit P. Tollinger,
dem Oberen in Brasilien, verschiedene Wirkunksorte für die SVD. U.a. schreibt er:
„Petropolis. Eine Stellung in Petropolis ist für uns allerdings wichtiger als in Nictheroy. Wenn man aber sieht, dass die göttliche Vorsehung dafür die Wege nicht bereitet, so muss man folgsam sein.“
(Briefe nach Südamerika, Band II, S. 7).
Am 11. Mai 1900 spricht Arnold Janssen in einem Brief an P. Freinademetz
über verschiedene Probleme in Süd-Shantung und schreibt dann auch:
„Im Übrigen haben Sie nur Mut, lieber P. Provikar. Gott der Herr lenkt und leitet alles. Ohne Seinen Willen fällt kein Haar von unserem Haupte.“
(Briefe nach China, Band II, S. 84).
Am 1. Juni 1900 schreibt Arnold Janssen an die Mitbrüder in China
bzgl. der Probleme, Schwierigkeiten und Leiden, die sie durchmachen mussten:
„Die Priester und Brüder unserer Gesellschaft in Süd Shantung haben in den letzten Jahren eine harte Zeit der Mühen und Drangsale durchgemacht. Ich sage herzliches, väterliches Beileid dazu. Da dieses aber nun, wenigstens in seinem schlimmsten Teile, wie es scheint, mit Gottes Hilfe vorübergegangen ist, so möchte ich heute es nicht bei jenem Beileid bewendet sein lassen, sondern Sie einladen, Alles mit mir vom höheren Standpunkte des Glaubens zu betrachten. Da hören wir aber, wie die Schrift uns mahnt:
„Denen, die Gott lieben gereichen alle Dinge zum Besten.“
Darum wünsche ich Ihnen von Herzen Glück zu den überstandenen Prüfungen und zu allem, was an Gnaden, Leiden und besonderen Segnungen durch die Fügungen des Allerhöchsten in den letzten Jahren über Sie gekommen ist.
Möge durch die Liebe der heiligsten Dreifaltigkeit und durch die Mithilfe der leidenden, streitenden und triumphierenden Kirche, insbesondere unserer hl. Schutzpatrone, daraus alles jene Gute hervorgehen, was der Liebe, Weisheit und Erbarmung
der göttlichen Ratschlüsse entspricht.“
(Briefe nach China, Band II, S. 85)
Am 8. September 1900 wird in Steyl das 25jährige Jubiläum des Missionshauses und der Gesellschaft gefeiert. Der Bischof von Roermond, Dr. Drehmans, feierte das Festhochamt. Arnold Janssen hielt die Festpredigt. Darin sagte er u.a.
„Es wird nun obliegen, zu zeigen, dass alles gute, was geschehen ist,
von Gott dem Herrn Ausgang, Fortschritt und Vollendung empfangen hat.
Allerdings hat der Mensch mit der göttlichen Gnade mitzuwirken.
Aber diese Mitwirkung ist gering im Verhältnis zu dem, was Gott tut,
und er kann sich dieser Mitwirkung nicht rühmen. ...
Wir müssen mit der Schrift sprechen: ‚
Nicht uns, o Herr, sondern Deinem Namen gib die Ehre!“
Dein Werk ist es, was hier entstanden ist,
‚Du hast es gemacht, und nicht wir haben es getan.’
‚Dein ist es, wenn aus dem kleinen Anfang von 1 Priester und 2 Zöglingen
jetzt 224 Priester und 556 Brüder und 800 Zöglinge geworden sind.
Du hast alle diese berufen, Du hast sie mit Gnaden genährt und großgezogen.
Du hast ihnen Beharrlichkeit in ihrem Stande gegeben. Und alles Gute, was sie bisher getan haben, ist Dein Werk. Du bist es auch, der die Wohltäter erweckt und durch Deine erstaunliche Gnadenhilfe diesem mehr als 1600 Personen das tägliche Brot zuführest.
Man muss staunen, wie alle diese ernährt und unterhalten werden können.
Das tut nicht Menschenwitz, sondern die wunderbare göttliche Vorsehung.“
(Steyler Herz –Jesu-Bote, 28, Nr. 1, Oktober 1900).
Am 9. Oktober 1900 schreibt Arnold Janssen an die ersten Mitbrüder in Chile:
„Im übrigen glaube ich ja, dass der Anfang nicht ganz leicht sein wird. Es ist dieses immer der Fall. Darum muss man den Mut nur nicht sinken lassen und stets im Vertrauen auf den lieben Gott vorangehen. Tun wir unsere Pflicht, so wird es an seinem hl. Segen nicht mangeln. Ich habe das stets empfunden und auch das gesehen, dass das Wort der hl. Schrift wahr ist: ‚Denjenigen, die Gott lieben, gereichen alle Dinge zum besten.’ Das gilt besonders von den Kreuzen, die Gott der Herr schickt. Sie sind Partikel vom Kreuze Christi und gereichen Seinen Dienern wahrhaft zum besten.“
(Briefe nach Südamerika, Band II, S. 113).
Am 1. November 1900 schreibt Arnold Janssen an alle Missionsschwestern in Argentinien und dankt Ihnen für die Glückwünsche zum Silbernen Jubiläum der SVD. Dann sagt er auch:
„Die Genossenschaft der Dienerinnen des Hl. Geistes ist durch die Führungen der göttlichen Vorsehung mit der Gesellschaft des göttlichen Wortes enge verbunden von ihrer Entstehung an. ... Möge Gott der Hl. Geist das, was Er eingeleitet und angebahnt, auch zu der Ihm wohlgefälligen Vollendung führen.“
(Briefe nach Südamerika, Band II, S. 119-120).
Am 25. Januar 1901 erschien das Dekret der päpstlichen Approbation der Gesellschaft des Göttlichen Wortes. Am 31. Januar 1901 verkündete Arnold Janssen dieses den Mitbrüdern in China mit einem Rundschreiben. Darin heißt es u.a.:
„Was uns aber angeht, so haben wir nun ein gutes Fundament gewonnen,
die Gesellschaft ist bestätig...
Ich möchte nun, geliebte Mitbrüder, Sie alle innigst und freundlichst bitten:
Erstens, Gott dem Herrn zu danken für alle Gnaden, welche er unserer Gesellschaft bisher verliehen hat, sowohl in den vergangenen 25 Jahren,
als jetzt neuerdings durch die erfolgte kirchliche Gutheißung unserer Gesellschaft. ...
Zweitens wollen wir uns bei dieser Gelegenheit mehrere wichtige Wahrheiten merken.
Diese sind:
- Wir müssen in allen den Führungen der göttlichen Vorsehung vertrauen.
Denn die hl. Schrift sagt: „Denen, die Gott lieben, gereichen alle Dinge zum Besten.“
- Deshalb müssen wir den Mut nicht verlieren, wenn es auch einmal anders geht,
als es uns liebt ist. Denn wir sind auf Erden, um von Gott in der Tugend geprüft
zu werden, also auch im heiligen Vertrauen auf ihn und in der Geduld
der Ertragung aller Leiden und Beschwerden.....“
(Briefe nach China, Band II, S. 131-132).
Bezüglich der Bestimmung der Neupriester schreibt Arnold Janssen am 1. August 1901 an den Apostolischen Präfekten von Neuguinea, P. Limbrock, der um Neupriester gebeten hatte:
„Da P. Bücking [Apostolischer Präfekt in Togo] wegen seiner mannigfachen Verluste durch Tod und auf andere Weise... und weil die Notwendigkeit der Gründung einer Station im Innern immer dringender wurde, so war es eine mildherzige Fügung der göttlichen Vorsehung, die für alles sorgt, dass voriges Jahr sich so viele für ihn meldeten. – Da er sie aber erhielt, so habe ich dieses Jahr den einzigen, der sich meldete, nicht für Togo, obwohl er dieses an die erste Stelle gesetzt, sondern für Sie bestimmt.“
(Briefe nach Neuguinea und Australien, S.74)
Um P. Freinademetz in China Mut zu machen in den Schwierigkeiten, mit denen er als Provinzial täglich konfrontiert wird, schreibt Arnold Janssen ihm am 30. Oktober 1901:
„Im übrigen lasset uns um so fester auf Gott vertrauen, je widriger eine Sache steht.
Sie wissen, wie viel der hl. Franz Xaver auf das Vertrauen hielt,
und wie sehr er alles dieses seinen Missionaren eingeschärft hat.
Ja, danken wir Gott für alle Widerwärtigkeiten und Leiden!
Denn wie soll unsere Tugend mannhaft werden,
wenn sie nicht durch Leiden hindurchgeführt wird.“
(Briefe nach China, Band II, S. 198).
Am 14. Juli 1902 schreibt Arnold Janssen an Schw. Walburgis,
der ersten Oberin der Missionsschwestern in Brasilien vor deren Ausreise dorthin:
„Vorerst wird es sich darum handeln, in aller Geduld den Grund zu legen und anzufangen, und nicht auf 7, sondern auf 70 Kreuze sich gefasst zu machen.
Übrigens kommen selten 2-3 auf einmal, sondern gewöhnlich das eine nach dem andern,
so wie der himmlische Vater es in Liebe schickt. Immer aber muss man geduldig Rücken und Schulter hergeben, um es zu tragen. Werden Sie auch die Kraft dazu haben, gute Schwester? Verzagen Sie nicht. Der liebe Gott kennt unsere Kraft und macht das Kreuz niemals so groß, dass wir es nicht tragen können. Übrigens gibt es nicht bloß Kreuze, sondern auch Freuden. Ja sogar die süßesten Freuden kommen aus den bittersten Leiden.
Darum, meine gute Tochter, haben Sie Mut und gehen Sie voll Vertrauen der Aufgabe entgegen, die der himmlische Vater Ihnen überreicht“
(Briefe nach Südamerika, Band II, S. 388-389).
Am 1. Dezember 1902 schrieb er dann an P. Provinzial Colling in Argentinien:
„Als ich Situationsplan und Karte [des angebotenen Landes] angesehen habe, ist mir folgender Gedanke gekommen: Bereitet uns Gott der Herr hier vielleicht etwas, was auf die Dauer, wenn vielleicht die Bedingungen in Bezug auf die Kolportage in Deutschland ungünstiger geworden sind, unsere Missionen und großen Häuser mit so vielen Zöglingen dennoch über Wasser zu halten vermögen, wie Kardinal Lavigerie und seine Nachfolger solches getan haben und tun durch die Weinberganlagen,
die sie im Algerischen gemacht haben? So mein erster Gedanke.“
(Briefe nach Südamerika, Band II, S. 444).
Am 7. Dezember 1902 schreibt Arnold Janssen an P. Limbrock u.a.:
„Ich glaube, dass Gott Sie liebt, und darum wird Er auch für Sie sorgen,
und dies um so mehr, je ernstlicher Sie sich bemühen, einen guten Geist aufrecht zu erhalten und sich selbst zu heiligen. Ihre Bedrängnis hat mich öfters erinnert an die ersten Jahre in Steyl. Da habe ich auch oft in der Klemme gesessen.
Aber ich bin doch glücklich durchgekommen. Ich habe nicht alles erhalten, was ich wünschte, aber muss doch auch jetzt gestehen, dass ich alles erhielt,was wirklich notwendig war. So wird es auch Ihnen ergehen. Die bestehende Bedrängnis macht die Männer, die darin sind, allseitig und wirkt so zu ihrer guten Ausbildung.“
(Briefe nach Neuguinea und Australien, S. 122-123).
Der Obere der Steyler Missionare in den USA, P. Peil, hätte gerne den Wallfahrtsort Holy Hill übernommen. Doch Arnold Janssen hatte seine Bedenken und wollte nähere Informationen. Am 22. Januar 1903 schrieb er an P. Peil:
„Außerdem möchte ich in der Holy Hill – Frage noch auf Folgendes aufmerksam machen. Aus der Lebensbeschreibung des hl. Vinzenz von Paul ist bekannt, dass dieser Heilige die Gelegenheiten zum Wirken nicht selbst aufsuchte, sondern durch die Führungen Gottes dieselben an sich herantreten ließ. War dieses nicht ganz klug von ihm? Allerdings lässt sich vom rein natürlichen Standpunkt aus manches dagegen sagen, aber es gibt weit mehr Gründe, die das Betragen des hl. Vinzenz rechtfertigen. Er betrachtet sich als Kind aus der Hand der göttlichen Vorsehung und dachte bei sich, der gute himmlische Vater wird dir schon zeigen, was er von dir will. Auf diese Weise blieb er vor manchen Täuschungen bewahrt, und man durfte ihm nachsagen, dass alles, was er unternahm, ihm auch gelang; er bemühte sich ja in allem nur Werkzeug in der Hand Gottes zu sein. Andererseits kann man auch von einem Vertrauen auf göttliche Vorsehung, wie es der hl. Vinzenz hatte, auch wohl annehmen, dass der gütige Gott dadurch bewogen wird, für alles das, was besonders wünschenswert ist und sich durch den betreffenden Menschen in passender Weise ausführen lässt, Gnade und Antrieb dem Betreffenden zu geben. Wollen Sie, lieber P. Superior, das reiflich erwägen und mir dann Ihre Meinung darüber sagen. Ich denke, Sie werden zustimmen und es dann auch auf den Fall Holy Hill anwenden.“
(Briefe in die Vereinigten Staaten von Amerika, S. 163-164)
Am 5. Februar 1903 schreibt Arnold Janssen an P. Henninghaus in China:
„Aus Ihrem Schreiben vom 11.12.02 ersehe ich, dass Sie Aussicht haben, Provikar zu werden. .... Allerdings machen Sie mir verschiedene Bekenntnisse,
die ihrer Demut alle Ehre machen, und nennen sich unklar, unentschlossen, furchtsam, unbeholfen, bequem und unabgetötet.
Ich denke aber, dass es mit all diesen Dingen doch nicht so schlimm aussieht, und es wird ja freilich von der allgemeinen menschlichen Schwäche auch Ihnen das eine oder andere ankleben. Aber wenn Sie sich bemühen, Gottes hl. Willen immer treu zu erfüllen, so wird der Herr auch Manches ersetzen und alle Schwierigkeiten, die Sie haben, zu Ihrer eigenen Vervollkommnung gereichen lassen. Eine Hauptmedizin aber ist einerseits das Vertrauen auf Gott und andererseits die hl. Demut. Je mehr wir uns in beidem vervollkommnen, um so besser wird es gehen. Darum also nur Mut und Vertrauen auf den Herrn!“
(Briefe nach China, Band II, S. 257).
Der in Argentinien und Brasilien als Visitator arbeitende P. Bodems war auch als Kandidat für das Amt des Provinzials in Brasilien genannt worden. Dazu schrieb er an Arnold Janssen: „Hätte der liebe Gott mich zu einem solchen Posten berufen, so hätte Er mich wohl wahrscheinlich von Anfang an in die Mission geschickt, hätte mich sicher nicht zur weiteren Ausbildung in den Naturwissenschaften, sondern höchstens in Theologie hingeführt.“
Damit stimmte Arnold Janssen ganz und gar nicht überein
und am 3. März 1903 schrieb er ihm:
„Wollen Sie bitte, auch an mich denken. Auch ich habe wie Sie Naturwissenschaft studiert. Was Sie hier sagen, ist gut gemeint, aber doch nicht richtig.
Wir brauchen in der Gesellschaft Leute, die verschiedenes durchgemacht,
und gerade zu den wichtigeren Posten brauchen wir solche.“
Als Abschluss seiner Gegenargumente schreibt er schließlich:
„Haben Sie überhaupt rechtes Vertrauen zur göttlichen Führung. Die Wege Gottes führen uns im Dunkeln. Nachher zeigt sich, dass alles gut war. Seien wir stets gute einfältige Kinder an der Hand der göttlichen Vorsehung. Der himmlische Vater wird uns dann schon die Wege führen, die für uns und andere gut sind. So wird es auch Ihnen ergehen.“
(Briefe nach Südamerika, Band III, S. 90-91).
Arnold Janssen war von der Notwendigkeit von Pfarrschulen überzeugt; ohne sie ist eine gesegnete Pfarrtätigkeit nicht möglich, schrieb er am 27. Juni 1903 an P. Provinzial Colling in Argentinien. Im Zusammenhang mit der Errichtung solcher Schulen schrieb er weiter:
„Man muss in solchen Dingen, die notwendig sind, nicht furchtsam sein. Wenn sie nötig sind, will Gott sie; und wenn Er sie will, hilft er auch, dass sie werden, wenn man im Vertrauen auf ihn die Sache in die Hand nimmt.
(Briefe nach Südamerika, Band III, S.157).
Nach dem Tod von Bischof Anzer im November 1903 schloss die deutsche Regierung P. Pieper und den Österreicher P. Freinademetz als mögliche Nachfolger aus.
Am 6. Dezember 1903 schrieb Arnold Janssen daraufhin an P. Freinademetz:
„Weshalb P. Pieper [nicht gewünscht wird], ist mir unbekannt. Bei Ihnen als Österreicher könnte man es sich leichter erklären. Vielleicht sind auch noch andere Einflüsse tätig gewesen, Sie von der Kandidatenliste zu streichen.
Es ist dieses mir und den hiesigen Räten einesteils sehr unangenehm,
andererseits kann man aber auch eine Fügung Gottes darin erblicken, der Sie als Provinzial in einer eigentlich noch wichtigeren und einflussreicheren Stellung erhalten will.“
(Briefe nach China, Band II, S. 291).
Im Jahre 1903 hatte Arnold Janssen wieder Schwestern nach Brasilien gesandt.
Am 30. Dezember 1903 schrieb er dann an die Oberin Schw. Walburgis:
„Da Sie nun mehr Schwestern haben, ergeht an Sie die höhere Aufgabe, auf gute klösterliche Zucht recht acht zu haben, was Ihnen jetzt auch leichter gehen wird.
Bitte geben Sie sich ordentliche Mühe; in allem aber wollen Sie auf Gott den Herrn Ihr Vertrauen setzen. Er wird Ihr Helfer sein. ...
Vertrauen Sie, gute Schwester, auf Gott den Herrn! Je größer Ihre Aufgabe wird, und je treuer Sie das Ihrige zu einer guten Lösung derselben beitragen, desto mehr werden Sie den starken Arm des Herrn fühlen, der Ihnen über die entstehenden Schwierigkeiten weghelfen wird. Haben Sie also guten Mut! Mit der Hilfe von oben wird schon alles gehen.“
(Briefe nach Südamerika, Band III, S. 253).
Am 29. Juni 1904 schreibt Arnold Janssen an P. Klein, den Superior in Sydney:
Sie denken: Ich bin Missionar und muss doch auch etwas Besonderes als Missionar tun. Letzteres halte ich nicht gerade für notwendig. Überlassen Sie sich vielmehr den Führungen der göttlichen Vorsehung. Wenn diese etwas Besonderes aus Ihnen machen will,
so stehen ihr Mittel genug zur Verfügung, diesen Ihren Plan auszuführen.
Am besten lässt man sich von der göttlichen Vorsehung wie ein Kind leiten.
So geht man am sichersten. Seien Sie zunächst ein guter Pfarrer und Prokurator,
so wird sich alles Übrige schon finden.
(Briefe nach Neuguinea und Australien, S. 226)
Aus einem Brief vom 23. März 1905 an P. Provinzial Colling in Argentinien:
„Hoffentlich sind Sie jetzt auch bald mit dem Kirchenbau zu Ende. Ich weiß, dass an den Zeitpunkt der Vollendung sich weitere Pläne knüpfen ... Freilich kommt es dann darauf an, wie die politischen Verhältnisse sich gestalten, und ob das traurige Vorgehen Frankreichs in kirchenpolitischer Beziehung nicht Nachahmung findet in Argentinien.
Im übrigen aber ist das Bewusstsein tröstlich, dass in der Welt nicht mehr Böses geschehen kann, als Gott der Herr zulässt, und dass Er am Ende alle Dinge leitet.
Aber freilich sind Seine Wege oft dunkel und führen durch manches Leid hindurch. Es ist mir schon wiederholt der Gedanke gekommen, dass Gott der Herr die traurigen Dinge in Frankreich zugelassen hat,
damit daraus die Freiheit der kirchlichen Ernennungen folge und dann später ein in kirchlicher und regulärer Hinsicht erneuertes Frankreich daraus erstehe.“
(Briefe nach Südamerika, Band IV, S. 49)
Am 26. Mai schrieb er voller Zuversicht aus Rom an P. Rektor Wegener in St. Gabriel:
„Man sieht, ... dass, wenn Gott der Herr es will und uns hilft,
auch ohne Wunder uns noch geholfen werden kann.
Aber sein heiligster Wille geschehe. .... Möge es mir nur gelingen, mein Lebenswerk, die Gründung und gute Fundamentierung der Gesellschaft zu Ende zu führen.“
(Bornemann, die päpstliche Approbation der Konstitutionen SVD im Jahre 1905,
Verbum Supplementum 1, 1966, S.101).
In Chile war die Gesellschaft eingeladen worden, in der Landeshauptstadt Santiago
ein Kolleg, - ‚Colegio alemán – zu gründen.
Am 10. Juli 1905 schrieb Arnold Janssen deswegen an den Oberen in Chile, P. Grüter:
„Ich werde mich für Chile in dem Maße mehr und mehr interessieren, als ich sehe, dass unsere Arbeiten daselbst mit Segen verbunden sind, und je deutlicher ich den Finger Gottes erkenne, der uns diesen Wirkungskreis anweist. Freilich ist letzteres notwendig gegenüber so manchen Schwierigkeiten, welche der Erfüllung der geäußerten Wünsche entgegenstehen.--- Frage ich mich nun, ob ich mich jetzt schon binden kann mit dem Versprechen, die Errichtung eines Liceo alemán in Santiago zu übernehmen, so muss ich gestehen, dass ich dazu den Mut noch nicht in mir fühle. Aber vielleicht kann dieses mit der Zeit kommen, und wird es auch gewiss kommen, wenn wirklich Gott der Herr es ist, der uns dahin beruft.“ (Briefe nach Südamerika, Band IV, S. 89.90).
Am 7. Oktober 1905 schrieb Arnold Janssen an P. Heick:
„… und Gott den Herrn in inbrünstigem Gebete anflehen: O Herr, zeige uns Deinen hl. Willen. Willst Du, dass wir an dieser Stelle ausharren und die Mission unter den Afroamerikanern übernehmen, so gib uns auf irgendeine Weise diesen Deinen hl. Willen zu erkennen, so dass wir dort ausharren, wo die Hoffnung anfangs nur gering war.
Zwar ist es noch nicht genug, dass Sie auf diese Weise 1, 2 oder 3mal beten, sondern wenn Sie ein Apostel der Afrikanischen Amerikaner werden wollen, so müssen Sie suchen,
dem lieben Gott Gewalt anzutun, dass Er Sie erhöre und Sie im Kampfe mit Gott
als Sieger hervorgehen wie einst der Erzvater Jakob.“
(Briefe in die Vereinigten Staaten von Amerika, S. 283-284).
In einem Brief vom 19. April 1906 an den Apostolischen Präfekten in Neuguinea,
P. Limbrock, spricht Arnold Janssen über die Missionsarbeit in Neuguinea und sagt u.a.:
„Und da freut es mich, dass die göttliche Vorsehung als Vorsteher nach Neuguinea einen Mann geführt hat, der als Handwerker von Jugend auf praktisch veranlagt, mit Fleiß, Überlegung und Energie dahin strebt, allem diesem möglichst gerecht zu werden.“
(Briefe nach Neuguinea und Australien, S. 321)
Am 21. Juli 1906 schrieb Arnold Janssen
an den Bischof von Sendai – Hakodate in Japan, Msgr. Berlioz:
„Die Wichtigkeit, welche Japan in gegenwärtiger Zeit für das Werk der Glaubensverbreitung hat, wird Ihnen nicht entgehen. Außerdem scheint mir in der ganzen Entwicklung der Sache viel göttliche Providenz zu liegen.
Wir selbst haben keine Schritte für den genannten Zweck getan.
Im Gegenteil scheint Gott der Herr uns diesen Herrn nach Wien und von dort nach
St. Gabriel geführt zu haben und zwar zu einer Zeit, wo ich selbst da war.“
(Briefe nach China, Band III, S. 122).
Arnold Janssen schrieb an P. Deganhardt in Chile am 25. Mai 1907, dass er sich nicht besonders angetrieben fühle, den bereits bestehenden Kollegien in Santiago
ein weiteres hinzuzufügen:
„Wenn ich mich überhaupt auf den Standpunkt stelle, derartige neue Dinge nicht aus eigenem Antriebe anzufangen, sondern die Fingerzeige der göttlichen Vorsehung an mich herantreten zu lassen, so glaube ich dieses tun zu dürfen, da ich darin nur ein armseliger Nachfolger des hl. Vinzenz wäre. Da Santiago die Hauptstadt Chiles ist und ein Kolleg daselbst große Anforderungen an die Gesellschaft stellen würde, so muss ich diesen Grundsatz um so mehr beachten und den guten Gott bitten, meiner Schwachheit zu schonen, und wenn Er uns in Santiago haben will, dieses durch deutliche Fingerzeige Seines göttlichen Willens klar an den Tag treten zu lassen.“
(Briefe nach Südamerika, Band IV, S. 299)
Aus einem Brief an Bischof Henninghaus vom 14. Juli 1908:
„Da mein Übel sich verschlimmerte, habe ich in St. Gabriel gesagt: es könne sein, dass ich noch wieder zurückkäme, aber ich glaubte das kaum, und darum habe ich von allen Abschied genommen und denselben ein Bildchen als Andenken übergeben. Die Zuckermenge ist nicht mehr so groß wie früher, aber dafür ist Azeton eingetreten, was weit schlimmer ist.
Es können ja auch solche Leute noch 1, 2-6 Jahre leben, aber ich stelle alles Gott anheim und wage nicht, mir noch eine lange Lebensdauer zuzuschreiben.“
(Briefe nach China, Band III, S. 263-264).
Am 28. Oktober, kurz bevor einen Schlaganfall erlitt,
schreibt er an P. de Lange, Regional in den USA:
„Wir haben vorgestern über Ihre Angelegenheit im Generalrat gesprochen und sind nicht abgeneigt, in Bezug auf die Errichtung eines Missionshauses mit einem ersten Versuch vorzugehen. Möge Gott der Heil. Geist denselben segnen und auf diese Weise, wenn es ihm so gefällt, uns zeigen, dass diese Gründung seinem heilst. Willen entspricht.“
(Briefe in die Vereinigten Staaten von Amerika, S. 414)
Am 13. November 1908 diktierte Arnold Janssen einen Abschiedsbrief
an Bischof Henninghaus in China. Darin heißt es u.a.:
„Ich fühle mich gedrungen, Euer Bischöflichen Gnaden von meinem Krankenlager aus ein vielleicht letztes Lebewohl für diese Erde zuzurufen. ...
Vor etwa zwei Wochen hat mich die Hand des Herrn schwer getroffen. Meine Krankheit verschlimmerte sich bedeutend, und jetzt sehe ich meinem Ende entgegen. Ich vertraue aber auf die Güte des Herrn und auf den Erlösungstod Jesu Christi. Ich fürchte mich nicht, dieses Leben zu verlassen, sondern freue mich vielmehr auf das wahre Leben, das dann seinen Anfang nimmt. Im Leben und im Tode ist der Herr meine Zuversicht und meine Hoffnung
Wenn wir uns, lieber hochwürdigster Herr Bischof, auch für dieses kurze irdische Leben trennen müssen, so ist die Trennung doch nicht ewig, denn frohes Wiedersehen am Herzen unseres Gottes ist unsere Hoffnung.
Seit dem 31. Oktober ist es mir leider nicht mehr möglich, das hl. Opfer darzubringen. Meine Arme und Hände sind gelähmt, und auch sonst bin ich überaus schwach und matt. Doch auch hierin geschehe der Wille des Herrn, der dieses Opfer von mir verlangt.“
(Briefe nach China, Band III, S. 275-277).
Am 14. November diktierte Arnold Janssen einen Brief
an P. Colling in Argentinien, in dem u. a. zu lesen ist:
„Lieber P. Regional!
Sie werden vielleicht schon gehört haben, dass ich recht ernstlich erkrankt bin. Seit dem
31. Oktober ist es mir nicht mehr möglich, die heil. Messe zu lesen, da ich ganz geschwächt bin und an den Händen gelähmt. Das schmerzt mich aber nicht, sondern ich ergebe mich ganz in den göttlichen Willen und lasse Gott den Herrn mit mir machen, was er will.
Ich preise seinen heil. Willen zu jeder Zeit und wünsche ihn nur zu erfüllen.
Mag er noch Härteres über mich bestimmen, ich bin zu allem bereit und nehme alles
aus seiner Hand entgegen, Gutes und Schlimmes.
Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit; das ist mein Wahlspruch.“
(Briefe nach Südamerika, Band IV, S. 455-456)
Am gleichen Tage (14. November) schrieb er auch an P. Regional Schmid in Brasilien:
„Auch Ihnen wird es vielleicht wehe tun, dass ich jetzt krank bin und infolgedessen nicht arbeiten kann, aber ich bin ganz zufrieden und wünsche nichts anderes,
als was Gottes Vorsehung über mich beschließt.“
(Briefe nach Südamerika, Band IV, S. 457).
Das von Arnold Janssen geleitete Steyler Missionswerk
in den Augen der Außenwelt
Bereits 1886 berichtete die katholische Presse aus Anlass seines silbernen Priesterjubiläums über Arnold Janssen und sein Werk:
„Wenn jemand ein ganz augenscheinlich staunenswertes Werk der göttlichen Vorsehung sehen will’, der gehe nach Steyl. ...
Bei der Gründung des Missionshauses zeigte sich eine alte Wahrheit:
‚Wenn Gott ein Werk unter Seinen besonderen Schutz nimmt,
erkennt man leicht, dass es nicht durch die Gunst der Verhältnisse,
sondern durch göttliche Vorsehung groß geworden ist.’ ...
Wer schuf das Haus? Ein Mann, der nicht wankt und nicht weicht.
Die personifizierte Energie. Trotz des schwächlichen Körperbaus hat er sich abgehärtet.
Er arbeitet den ganzen Tag. Das Ruhebedürfnis scheint er ganz in seiner Hand zu haben. Er schläft auf hartem Lager und oft nur einige Stunden.
Er bewohnt ein Zimmer ohne den einfachsten Schmuck.
Dort hat der Mathematiker und Rechenmeister die Pläne für das Haus und dessen Einrichtung entworfen. ‚Die Leistung eines einzigen Mannes in kaum elf Jahren. Doch sagen wir besser: das Werk Gottes.’“
(Bornemann, Arnold Janssen, Der Gründer des Steyler Missionswerkes 1837 – 1909, S. 182).
Als im Juli 1895 der Bischof von Mainz, Haffner, Steyl besuchte,
sagte er in Anwesenheit von Arnold Janssen:
„Seit Jahren war es mein innigstes Verlangen, einmal nach Steyl zu kommen,
und so oft ich die Freude hatte, den hochwürdigen Herrn Superior in Mainz zu sehen,
habe ich immer das Versprechen erneuert, bald einmal hierher zu kommen.
Man kann ja wohl in Deutschland und in Holland manche Kommunitäten finden, die schönere Kirchen, reichere Gebäude haben, aber man wird kaum eine Genossenschaft finden, die so sehr ein Werk der göttlichen Vorsehung zu sein scheint, so sehr als ein Kind der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit sich darstellt. In einer Zeit, wo alles zusammenbrach, wo die Orden und selbst Bischöfe aus den deutschen Landen flüchten mussten, da hat der hochverehrte Herr Superior, von Gottes Geist geleitet, den Mut gehabt, eine neue Anstalt zu gründen, und zwar zunächst für die auswärtigen Missionen.
Aber nach dem Worte des Heilandes: Die Barmherzigkeit üben, werden Barmherzigkeit erlangen, kommt die Fürsorge für die Heidenländer auch wieder unserm eigenen Lande zu gute; und wenn man jetzt auch in Wahrheit von Heiden im Inlande sprechen kann, so ist es doch auch ebenso wahr, dass wir gerade durch die Tätigkeit für die Heidenmission es von Gottes Barmherzigkeit leichter erlangen, dass die Gläubigen im eigenen Lande treu zur Kirche halten, und dass die Heiden im Inlande wieder zum Glauben zurückkehren.“
(Aus Stadt Gottes, Nr. 24, 1895, S. 428)
Auch im Vatikan war man überzeugt, dass das Werk Arnold Janssen Gottes Werk war.
So schrieb P. Giese SVD, der Direktor des Lehrerseminars in Wien,
am 26. April 1906 an Arnold Janssen, dass der päpstliche Nuntius in Wien ihm gesagt habe:
Sowohl der Heilige Vater als auch die Propaganda betrachten auf Grund der wunderbaren Fortschritte der Gesellschaft dieselbe als eine providentielle Tat und seien deshalb um so mehr besorgt für dauernden Bestand derselben.“
( Bornemann, Die päpstliche Approbation der Konstitutionen SVD im Jahre 1905,
Verbum Supplementum 1, 1966, S. 242).
Beim Tode Arnold Janssens schrieb der Franziskaner Bischof Döbbing von Nepi und Sutri (Italien), mit dem Arnold Janssen freundschaftlich verbunden war
und in dessen Seminarien Steyler Patres wirkten:
Der ganzen Gesellschaft muss ich mein Beileid ausdrücken, möchte aber fast lieber gratulieren zu dem seligen Heimgange des teuren Obern, der ihr den odor sanctitatis und ein großartiges, providentielles Werk zurücklässt. ....
Die Absicht bei allen Schritten des seligen Herrn Janssen war sehr geläutert; er kannte nur die Sache Gottes und nicht sich selbst in derselben. ... Was Don Bosco im Süden, das ist Arnold Janssen im Norden geworden. Die Werke der Vorsehung beweisen das. Ja ich hoffe bei Gott, dass auch ihm die Ehre der Seligen und der Kirche wird zuteil werden.
(NUNTIUS SVD, Nr. 12, Februar 1909).
Von 1877 bis 1888 leiteten die Vorsehungsschwestern aus Münster die Küche und Wäscherei des Missionshauses. Deren Generaloberin, Schw. Berta, schrieb zum Tode Arnold Janssens:
„Wie ruht doch Gottes Segen so sichtbar auf seinen Werken! Wer den Anfang der Stiftung geschaut – wie viele von unseren Schwestern – kann nicht umhin, das wunderbare Walten der göttlichen Vorsehung staunend zu bewundern. Ein Werkzeug in Gottes Hand hat der Verewigte Ländern und Völkern unermessliche Wohltaten gespendet“
(NUNTIUS SVD, Nr. 12, Februar 1909, S. 59).
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