hl. Josef Freinademetz:

Nächstenliebe und andere Tugenden

Aus den Quellen:
Bornemann Fritz, Erinnerungen an Pater Joseph Freinademtz
Irsara Pietro, Predigten, Manuskript
Irsara Pietro, Beichtzusprüche, Manuskript



Die Sprache der Liebe ist die einzige Sprache, welche die Heiden ver­stehen.
Fritz Bornemann, Erinnerungen an P. Josef Freinademetz, S. 99

 

Die Heiden werden nur durch die Gnade Gottes
und — fügen wir hinzu —durch unsere Liebe bekehrt.
Fritz Bornemann, Erinnerungen an P. Josef Freinademetz, S. 99

 

Es gibt wohl nichts, was Christus so warm empfohlen hat
und was die Apostel so fortwährend wiederholten wie das Gebot der Liebe.
Lieben wir uns einander mit wahrer, aufrichtiger, brüderlicher Liebe.
Tragen wir Geduld miteinander, trösten wir einander,
eifern wir uns einander an zum Guten,
als Brüder, die von den gleichen Interessen beseelt sind,
die am gleichen Wagen ziehen.
Nur wenn das Band wahrhaft christlicher Liebe uns umschlingt,
sind wir stark auf dem Posten, den der Herr uns anweisen wird.
Predigt Nr. 95; Vortrag an die Schüler in Steyl, 23.02.1879, Deutsches Manuskript S. 83 

 

Wie die Blütenknospen sich auftun beim Schein der Sonne
und sich ver­schließen beim Dunkel der Nacht,
so tun es die Menschenherzen bei ei­nem freundlichen — oder trüben Gesicht.
„Beichtzusprüche“ (1877/78) Manuskript, S. 11

 

Demut lernt man nicht aus Büchern in der Betrachtung,
sondern durch Verdemütigungen —
wenn man von allen Seiten Verachtung erlebt,
wenn man einen in die Ecke wirft, wenn einer nichts mehr gilt,
einen schlechten Posten bekommt,
keine Aufmerksamkeit und schlechte Behand­lung,
während andere viel besser behandelt werden.
Exerzitienvorträge 1895

 

Das Gebet und die Freude machen eine wahre Tugend möglich.
Denn Freu­de ist die Würze einer jeden Handlung,
wie das Salz die Würze der Speise ist...
Wenn ich mit Freude etwas tue, gehe ich schneller an die Sache,
habe meine Gedanken immer bei der Sache
und entfalte bei der Sache viel mehr Kraft,
während der Traurige bei einer Arbeit ist, als hätte er Hände und Füße von Blei.
Predigt Nr. 18; Übungspredigt in deutscher Sprache, Deutsches Manuskript S. 47 

 

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