hl. Josef Freinademetz:
Priester— Ordens— und Missionsberuf
Aus den Quellen:
Irsara Pietro, Lettere di un santo. L’amore per il prossimo, la famiglia e la Badia;
Irsara Pietro, Predigten, Manuskript
Bornemann Fritz, Der selige Pater Joseph Freinademtz
Analecta SVD
11. August 1878, teilte er bei der Predigt in St. Martin in Thurn, wo er als Kooperator
und Volksschullehrer wirkte, seinen Entschluss, Missionar zu werden, mit:
„Durch das unendliche Erbarmen Gottes,
der sich die Schwachen als seine Werkzeuge erwählt,
hoffe ich einer Gnade teilhaftig zu werden, deren ich in Ewigkeit nicht würdig bin. Der göttliche gute Hirte hat mich in seiner unergründlichen Güte eingeladen,
mit ihm hinauszugehen in die Wüste, um ihm zu helfen
bei der Suche nach den verirrten Schafen.
Was soll ich also anders tun, als voll Freude und Dankbarkeit seine Hand küssen und mit der Schrift sagen: Siehe, ich komme!,
und mit Abraham das Vaterhaus, die Heimat und Euch, meine Lieben, verlassen und in das Land gehen, das der Herr mir zeigen wird.“
Acht Tage später in Abtei. Dort fügte er hinzu:
„Auch für mich ist es schwer — das kann ich nicht leugnen —‚ meine lieben Eltern und so viele Wohltäter und Freunde zu verlassen.
Aber schließlich ist der Mensch nicht da für diese Welt.
Er ist für etwas Größeres geschaffen: Nicht um das Leben zu genießen,
sondern um dort zu arbeiten, wohin immer der Herr ihn ruft.“
Es gibt nichts Beseligenderes auf Erden,
denn als eifriger Priester wacker zu arbeiten
für die Ehre Gottes und das Heil der Seelen.
Brief in deutscher Sprache an den Neffen, Peter Freinademetz, 26. 01. 1895
Ein Priester ohne Frömmigkeit ist ein Leib ohne Seele.
Brief in deutscher Sprache an den Neffen, Peter Freinademetz, 29. 12. 1895
Wo immer unsterbliche Seelen zu retten sind, da ist der Priester daheim.
Predigt Nr. 94; 18. August 1878 in Badia, Manuskript, S. 595
Religiöse bedeutet einen Mann,
der„ex professo“ ernst macht mit dem Streben nach Vollkommenheit
und den evangelischen Räten, welche die vorzüglichsten Mittel hierzu sind.
P. Josef Fr., Über den Geist der SVD, Analecta SVD – 40 S.15
Jeder Priester, jeder Missionar,
welcher den Geist eines wahren Religiösen nicht hat,
ist eine wandelnde Leiche.
P. Josef Fr., Über den Geist der SVD , Analecta SVD – 40 S.15
Für zwei Gnaden kann ich Gott nie genug danken:
für das Priestertum und den Missionsberuf.
Brief Nr. 34 an seine Eltern, 5. Februar 1890, S. 62
Missionar sein halte ich nicht für ein Opfer, das ich Gott bringe,
sondern für eine Gnade, die größte Gnade, die Gott mir schenkt.
Brief Nr. 4 an seine Familie, 29. Oktober 1878, S. 15
Danken wir oft dem Herrn, der einen unserer Familie berufen hat,
Missionar in China zu sein.
Brief Nr. 17 an seine Familie, 29. Oktober 1880, S. 35
Das schönste Los in der Welt ist es, Missionar zu sein.
Brief Nr. 27 an seine Eltern, 24. Januar 1887, S. 51
In der Kirche gibt es unzählige Arten, Gutes zu tun,
aber die verdienstvollste ist es, den Glauben zu verbreiten.
Es gibt viele Stände unter den Menschen,
aber der höchste ist der des Missionars.
Fritz Bornemann, Der selige P. J.Fr., : Regel für die Katechisten, Seite 1077
„Wer seinen Beruf liebt, ist nicht auf schlechtem Wege“,
hatte er Schwestern bei Exerzitien gesagt (Bornemann, 757/257) |