hl. Arnold Janssen:

GEMEINSCHAFT

Im Kloster der Missionsschwestern in Steyl waren zwei Schwestern gestorben.
Daraufhin schreibt Arnold Janssen 18. April 1899 an Mutter Josepha u.a.:
„Zu dem doppelten Todesfall sage ich herzliches Beileid. Es scheint, dass Gott der Herr schon einen ordentlichen Chor Steylenser im Himmel haben will.
Bereits sind 20 Kleriker (darunter 17 Priester) gestorben, ferner 13 Brüder, 1 Lehrling,
12 Zöglinge, 3 Arbeiter, 14 Schwestern.
Die können  ja schon einen ordentlichen Chor im Himmel machen, um Gott Lob zu singen.

(Stegmaier, P. Arnold Janssen, M. Josefa, Hendrina Stenmanns,
Briefwechsel 1884-1903, S.61)

Die Gesellschaft des Göttlichen Wortes – eine Gemeinschaft von Brüdern
Arnold Janssen sah die Gesellschaft des Göttlichen Wortes ursprünglich als eine Gemeinschaft von Brüdern  oder in Latein, von FRATRES.
Daher heißt es im ersten Kapitel Nr. 7
der ersten Regel der Gesellschaft des Göttlichen Wortes vom Februar 1885:
„Die Gesellschaft besteht aus fratres clerici und fratres laici.“
(Fontes Historici Societatis Verbi Divini, vol 1, S.45).
Allerdings halten die Konstitutionen von 1891 diese Formulierung nicht mehr bei,
wohl aber die Bedeutung, dieser Formulierung, das, was sie sagen will.
Dort heißt es im zweiten Kapitel, Regel 1, Constitution:
Die Gesellschaft besteht aus zwei Teilen, aus Priestern nämlich und Laienbrüdern,
welche zu Einheit einer Gesellschaft verbunden nach demselben Ziele, jeder seinem Stande entsprechend, in brüderlicher Liebe streben....

 

Dieser Konstitution folgen drei Statuten. In Statut 2 lesen wir die wichtigen Worte:
„Priester und Brüder sind Söhne derselben Mutter, der Gesellschaft,
und haben zum Vater denselben Heiligen Geist,
weshalb sie sich mit brüderlicher Liebe lieben sollen.
Wer aber diese Liebe verletzt, und Zwietracht säet zwischen Priestern und Brüdern,

verletzt das Auge des Heiligen  Geistes und ist ein Feind der Gesellschaft.
(Fontes Historici Societatis Verbi Divini, vol I, S. 207).

 

Die Genossenschaft der Dienerinnen des Heiligen Geistes:
zwei Teile – eine Gemeinschaft

Die Genossenschaft der Dienerinnen des Heiligen Geistes bestand vom ersten Augenblick an aus zwei Teilen: den Klausur – und Missionsschwestern.
Die erste Regel der Schwestern von 1891/1893,
d. h. zu einer Zeit als der Teil der Klausurschwestern noch nicht gegründet war!!, schreibt in Regel 1, Constitution (heutige Schreibweise):

Die Genossenschaft besteht aus Schwestern, welche die gewöhnlichen Gelübde
der Armut, Keuschheit und des Gehorsams ablegen.
Jedoch sind, wie man sonst Chor- und Laienschwestern unterscheidet,
so hier Klausur – und Missionsschwestern zu unterscheiden.
Beide verehren auf besondere Weise Gott den Heiligen Geist und Maria als Seine unbefleckte Braut und folgen als Schwestern den beiden Schwestern Maria und Martha,
Erstere in den Übungen des beschaulichen Lebens in strenger Klausur lebend,
die sie nie verlassen,
Letztere vorzüglich in den Werken des tätigen Lebens zum Besten des weiblichen Geschlechtes, namentlich in denjenigen Missionen,
wo die Priester der Gesellschaft des göttlichen Wortes tätig sind.

Dann folgt das Statut. Unter Nr.2 des Statutes lesen wir über das Verhältnis dieser beiden Teile etwas ähnliches wie über das Verhältnis zwischen Priestern und Brüdern
in der Gesellschaft des Göttlichen Wortes:

Alle Klausur – und Missionsschwestern sind Töchter derselben geistigen Mutter,
d.h. der Genossenschaft, und haben denselben Vater, d.h. Gott den Heiligen Geist.
Deshalb sollen sie mit schwesterlicher Liebe ohne Neid und Eifersucht einander lieben.
Wer aber diese Liebe verletzt und Spaltungen zwischen diesen beiden Teilen der Genossenschaft erregt, verletzt das Auge des Heiligen Geistes
und ist ein schlimmer Feind der Genossenschaft.

(Konstitutionen und Statuten der Genossenschaft der Dienerinnen des Heiligen Geistes
vom Jahre 1891, S. 26.37).

 

Im Dienste der Einheit

Arnold Janssen suchte in seinen Briefen an die Priester, Brüder und Schwestern
die Einheit unter ihnen zu erhalten, die immer wieder gefährdet war.

Am 20. Oktober 1890 schreibt Arnold Janssen an P. Becher u.a.:
Wenn wir den Posten übernehmen, so wünsche ich auch, dass drei Priester dort sein können.
Gegen einen allein bin ich durchaus, es sei denn auf kurze Zeit, und auch zwei halte ich für zu wenig.
Drei gehören wenigstens zu einem Leben in der Kommunität.
Kommunitätsleben aber müssen wir aufrecht erhalten, falls wir nicht Schaden leiden wollen.

 

In Togo war P. Dier Administrator der Apostolischen Präfektur und damit kirchlicher Oberer; P. Bücking war Gesellschaftsoberer. Arnold Janssen machte sich Sorgen wie die beiden zusammen arbeiten würden. Am 29. September 1895 schrieb er ihnen:
Die Mission wird blühen, wenn der kirchliche und genossenschaftliche Obere treu und brüderlich zusammenhalten und dabei sich frei von Ehrgeiz und Herrschsucht beweisen, indem jeder nur darauf bedacht ist, den hl. Willen Gottes zu erfüllen, wobei er, nachdem er sich von der guten Gesinnung des andern überzeugt, den als seinen Feind betrachtet, der da sucht, ihn gegen den andern aufzubringen oder Samen des Misstrauens zu säen. ....
Schwere Fehler gegen diese gegenseitige Einheit sind, wenn einer von Ihnen etwas sehr wichtiges getan hat, ohne den anderen vorher um Rat zu fragen. Ist dieser Fehler vorgekommen, so ist eine Abbitte nötig, um das nötige Vertrauen wieder herzustellen.
Ferner, wenn jemand in das Amt des andern eingegriffen hätte. ...
Zur Aufrechterhaltung des guten Einvernehmens ist sehr wichtig,
dass die beiden Hauptvorsteher zu schweigen wissen und auch alle andern Vorsteher dazu anhalten.

(Alt, Arnold Janssen, 677).


Den Brüdern Laurentius und Cantius in Brasilien legt Arnold Janssen in einem Brief
vom 5. November 1899 ans Herz, einander treue Mitbrüder zu sein.
Dann wird jede Freude verdoppelt, jedes Leid aber nur halb getragen,
indem der Mitbruder es mitträgt,
(Briefe nach Südamerika, Band I, S. 360).
Im gleichen Sinne schrieb Arnold Jannsen am 31. Dezember 1903
an P. Giesberts in Brasilien:
„Ich bitte Gott den Hl. Geist, dass er Sie erleuchte und stärke in Ihrer so schwierigen Stellung und Sie recht viele Früchte des Heiles sehen und kosten lasse.
Auch bitte ich Ihn, dass Er Sie und Padre Cyrillo in brüderlicher Liebe vereinige, damit Sie bei den nicht ausbleibenden Prüfungen sich gegenseitig Stab und Stütze sein mögen.
(Briefe nach Südamerika, Band III, S.261-262).

Quelle der Einheit

Quelle der Einheit und der Liebe untereinander ist der Heilige Geist.
In einem Brief vom 16. April 1900 an die Missionsschwestern in Steyl beschreibt
Arnold Janssen zunächst einmal die Heilig Geist Kirche in St. Gabriel und dann heißt es:

Es ist doch jetzt wohl eine sehr große Gnade Gottes für unsere ganze Gesellschaft,
dass wir ein so schönes Gott dem Heiligen Geiste geweihtes Heiligtum haben. ...
Möge Er, der große Vater der Liebe und Gnade, auch die ganze Gesellschaft mit seinem heiligen Gnadensegen um so mehr beschenken, dass wir ihn und uns untereinander um so mehr lieben und immer treuer die heilige Regel und alle unsere Pflichten erfüllen!“ …
Die Gnade, Liebe und Freude des Heiligen Geistes sei mit Ihnen allen.

(Stegmaier, P. Arnold Janssen, M. Josefa, Hendrina Stenmanns,
Briefwechsel 1884-1903, S. 133.134).

 

Die Einheit der Arnoldus Familie

Arnold Janssen schrieb am 1. November 1900 an die Missionsschwestern in Argentinien: „Die Genossenschaft der Dienerinnen des Hl. Geistes ist durch die Führungen der göttlichen Vorsehung mit der Gesellschaft des göttlichen Wortes enge verbunden von ihrer Entstehung an. Dieselbe hat jetzt auch im Jubiläumsbuche unserer Gesellschaft ein längeres Kapitel erhalten, wo über ihre bisherige Geschichte ausführlich berichtet worden ist.
Möge Gott der Hl. Geist das, was Er eingeleitet und angebahnt,
auch zu der Ihm wohlgefälligen Vollendung führen!

(Briefe nach Südamerika, Band II, s. 119-120).


In demselben Brief erzählt Arnold Janssen den Schwestern in Argentinien von den Neubauten am Schwesternhaus in Steyl (heute St. Gregor) und den Neubauten für die Schwestern in Argentinien. Und dann fügt er hinzu:
„Vor allem aber ist nötig, zugleich oder noch vordem das geistige Haus der Genossenschaft zu bauen. Und da dieses durch ernstes Streben nach der heiligen Vollkommenheit, in treuer Regelbeobachtung und in der heiligen Gottes-, Schwester- und Opferliebe gebaut wird,
so wollen alle Schwestern sich darin rechte Mühe geben.
So sollen auch die Bräute des Herrn nicht nach Art der Weltkinder sich leicht empfindlich oder verletzt zeigen und dieses in auffallender Weise das Glück anderer stören wollen.
Dieses sei ferne von uns, geliebte Schwestern, sondern suchen wir unserer Eigenliebe abzusterben und nehmen wir die kleinen Demütigungen,
die Gott der Herr uns zuweilen schickt, in aller Demut an ...

(Briefe nach Südamerika, Band II, S. 120).

Arnold hatte einen Brief an alle Schwestern in Argentinien geschrieben (siehe obige Zitate) und einen an Schw. Andrea, die Oberin dort.
Am 1. November 1900 schreibt er nun an Mutter Josefa:
„Wollen Sie auch überlegen, was von den anliegenden Briefen Sie Schwester M. Michaele wollen lesen lassen, z. B. wünsche ich, dass sie meine beiden Briefe liest. Wenn sie von allem so etwas Bescheid weiß, erhalten Sie an ihr eine kluge Ratgeberin; (denn sie hat viel Verstand) und haben so eine Stützte gegenseitig aneinander. Denn ich wünsche sehr, dass Sie sich wie gute Schwestern betrachten und sich gegenseitig lieben und beraten....
(Stegmaier, P. Arnold Janssen, M. Josefa, Hendrina Stenmanns,
Briefwechsel 1884-1903, S. 166).


Vergebung – Versöhnung

Natürlich gibt es in Gemeinschaften auch Spannungen, Missverständnisse, Verletzungen. Daher schreibt Arnold Janssen am 15. März 1901an die Brüder in China:
„Liebet, helfet und traget einander, soviel Ihr könnt, und  was an diesem vermöge der menschlichen Schwäche fehlt, das sehet Euch vergebend nach.
Denn auch das gehört zu den Kreuzchen und Früchten dieses Erdenlebens.

(Briefe nach China, Band II, S. 150).

 

Zwei Mitbrüdern in Brasilien schreibt Arnold Janssen am 1. Juli 1902:
Geliebte teure Mitbrüder!
Mit großer Freude habe ich aus den Mitteilungen des hochwürdigen P. Visitator ersehen, dass Sie beide sich wieder in Liebe vereinigt haben, um brüderlich zusammen die heiligen Übungen zur Vorbereitung auf die heiligen Gelübde zu machen.
Ich danke Ihnen recht herzlich für die Freude, die Sie mir damit bereitet haben.
Noch größer aber ist die Freude, welche Sie eben damit Ihren hl. Engeln bereitet haben und den hl. Engeln der Gemeinde, in der Sie zum Heile der unsterblichen Seelen arbeiten.
Wollen Sie nun bitte auch darüber wachen, dass der Feind Ihrer Seelen das hinterrücks nicht wieder zerstöre, was die Gnade Gottes gut gemacht hat. ...
Gott der Herr hat Sie beide mit Talenten verschiedener Art reichlich gesegnet und so hoffe ich, dass Sie noch sehr viel Gutes tun werden, wenn Sie im guten Geiste beharren. ...
Endlich möchte ich beide meiner besonderen Liebe versichern.
Ich trage herzliches Wohlwollen und Liebe zu jedem von Ihnen und danke Gott dem Herrn innig für alle Gaben und Gnaden,
die er Ihnen beiden geschenkt hat.“
„Nötig ist aber, dass ein jeder von Ihnen sich in dem Wirkungskreise halte, der Ihnen vom hochwürdigen  P. Visitator genau angewiesen ist.
So werden Reibungen am leichtesten vermieden und der gegenseitige Friede, der ein so großes Gut ist, wird und bleibt bewahrt.“
„Gott der Heilige Geist schenke Ihnen die heilige Demut, welche die Grundlage des Friedens ist, und bereichere Ihre Herzen aus dem Schatze seiner göttlichen Erbarmungen.
Er halte von Ihnen ferne jede Eifersucht, die auch Sie selbst als Ihre größte Feindin bekämpfen müssen, und schenke Ihnen seinen süßen Frieden und das Kleinod Seiner hl. Liebe!

(Briefe nah Südamerika, Band II, S. 383-384).

 

Am 9. August 1904 beklagt Arnold Janssen in einem Brief an P. Superior Colling in Argentinien, dass das einigende Band unter den Mitbrüdern dort zu schwach sei und dass keine Gelegenheit geboten ist, jedes Jahr die Missionäre zu gemeinschaftlichen heiligen Übungen in zwei Turnus zu versammeln.
Sie werden sagen: Das sind schwierige Sachen, wie soll ich das möglich machen?
Fangen Sie einmal an, für dieses Anliegen zu beten und beten zu lassen.
Es wird dann Gott der Herr schon irgend etwas mit der Zeit bieten,
wodurch diesem Bedürfnis abgeholfen werden kann.
(Briefe nach Südamerika, Band III, S. 365)

 

Den Patres in Copiapó /Chile schrieb Arnold Janssen am 24. Januar 1906:
„Welch ein großes Gut ist der Friede! Wo Unfriede ist, herrschen die Teufel;
wo Friede ist, wohnen die Engel. Darum tue doch jeder das Seine,
damit dieser gottgewollte Friede dort herrsche.
Man zage auch nicht, zu diesem Zwecke die nötigen Opfer zu bringen.
Denn ohne Opfer ist nichts Großes und Heiliges zu erreichen.
Am entschiedensten aber müssen wir der Eigenliebe entgegentreten,
die uns veranlassen kann, eine gewisse Hartnäckigkeit und Selbstsucht
in den Standpunkt hineinzubringen, den wir vertreten.
Wenn wir im Gegensatz zu andern einen gewissen Grundsatz festhalten müssen,
so soll uns dies immer recht leid tun und wir wollen gerade dann Gott bitten,
uns vor Selbsttäuschung zu bewahren.
Auf diese Weise erhalten wir, je nachdem es nötig ist, größere Festigkeit oder das entsprechende Licht, um einen andern Standpunkt einzunehmen..
Gott der Heilige Geist segne Sie, geliebte geistliche Söhne, und helfe Ihnen,
Seinen heiligen Willen zu tun. Zugleich danke ich Ihnen allen für die gewiss nicht kleinen Opfer, welche Sie bisher in jenem fernen Erdteil für das gute bereits gebracht haben.
Gott der Herr hat Ihre Bemühungen bereits sehr gesegnet.
Nun trachten Sie dahin, dass nicht durch Zwietracht alles wieder zu Grunde gerichtet werde.“

(Briefe nach Südamerika, Band IV, S. 168-169).

 

Einem Mitbruder in China schrieb Arnold Janssen am 6. Dezember 1906:
„Über ein und dieselbe Handlung lässt sich milde, strenge, scharf und sehr scharf urteilen. Warum das Letztere? Nutzt das etwas? Der andere wird dadurch sehr abgestoßen,
und wenn er Ihnen nicht dauernd abgeneigt wird, ist das nur seiner Tugend zuzuschreiben.
Auch wird man so in der Welt nicht fertig, stößt hundertmal bei anderen an,
mit denen man zusammen leben muss und bohrt sich selbst immer tiefer in einen gewissen Ingrimm hinein. Ist das vernünftig? ...
Bitte glauben Sie mir, es ist keine große Kunst, scharf und bitter zu reden;
dabei hilft der böse Engel bestens und der gute Engel trauert. ...“.
„Sobald Sie erkennen, dass Ihre Briefe an den hochwürdigsten  Herrn Bischof nicht allen billigen Anforderungen entsprachen, so bitten Sie ihn um Verzeihung; ist Ihnen aber das zu schwer, so genügt es, wenn Sie mir sagen, Sie sähen ein, dass Sie gefehlt, und ich will den hochwürdigsten Herrn an Ihrer Stelle um Verzeihung bitten. Aber in Ordnung muss Ihr Verhältnis zu demselben gebracht werden, sonst wird es leicht stets ein getrübtes und für Sie beide unangenehmes bleiben. Gott der Heilige  Geist segne Sie und verleihe ihnen die Gnade, ihm wohlzugefallen.“

(Briefe nach China, Band III, S. 169. 171).


Am 28. September 1908 schrieb Arnold an die Provinzoberin der Missionsschwestern in Neuguinea:
„Am wichtigsten ist natürlich, dass auf allen Stationen Friede und Eintracht herrsche,
dann wohnen dort die heiligen Engel, und die Schwestern erleichtern sich ihre Beschwerden des Ordens- und Missionslebens. Herrscht dagegen Unfriede, so weilen die bösen Geister dort, die denselben immer mehr zu schüren trachten.
Der Heilige  Geist findet aber dort keine Gnadenstätte.
Zu diesem Frieden sollen alle Mitwirken: Die Untergebenen durch Gehorsam gegen die Obern; die Obern durch gute Behandlung der Untergebenen.“

(Briefe nach Neuguinea und Australien, S. 396-397).

 

Die Einheit der Gesellschaft des Göttlichen Wortes in den Konstitutionen von 1891

 

In den Konstitutionen von 1891 finden wir wichtige Worte, die im Dienst der Einheit der Gesellschaft des Göttlichen Wortes stehen.
So lesen wir im Teil I, Regel 11, Statut 4:
Den Neid müssen wir fliehen wie die Pest, denn er bringt Zwietracht unter die Brüder,
erregt Streitigkeit, erzeugt Ärgernis und betrübt den Heiligen Geist;
und was nützt es, den Mitbruder zu beneiden? Es nützt nichts, schadet aber sehr, namentlich wenn es geschieht in Betreff der Gnade Gottes,
was eine Sünde gegen den Heiligen Geist ist, welche von uns ganz besonders gemieden werden muss.

(Fontes Historici Societatis Verbi Divini, vol. I, S. 203-204).

 

Als die folgenden Worte in die Konstitutionen von 1891 (Kapitel 7, Regel 7, Statut 1) geschrieben wurden, war die Gesellschaft des Göttlichen Wortes nicht eine solch internationale Gesellschaft wie sie es heute ist;

Gegen die Angehörigen einer fremden Nation sollen die Mitbrüder sich edel benehmen und zeigen, dass sie frei sind von jenem falschen Nationalstolz, welcher nicht nur dem Zwecke unserer Genossenschaft zuwider ist, sondern auch dem Geiste der katholischen Kirche und dem Geiste Gottes Selbst, der da will, dass alle Völker wie Brüder einer großen christlichen Familie seien, frei von Stolz und Verachtung gegen andere.
Daher ist es strengstens allen untersagt, die Nation irgend eines Mitbruders so zu tadeln,
so dass er dadurch verletzt werden muss, oder die eigene zu erheben,
dass es auf die Verachtung der Nation des Mitbruders hinausläuft.
Auch soll keiner dem anderen einen Beinamen geben,
welcher von seiner Abkunft oder von irgend einem andern Umstande hergenommen ist.

(Fontes Historici Societatis Verbi Divini, vol. 1, S. 253).

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